Minimal invasive Schnarchtherapien

Gaumensegel

Wenn der Mensch wach ist, steht der komplette Rachenbereich unter muskulärer Spannung und ist weit geöffnet. Im Schlaf entspannt sich das Gewebe jedoch und erschlafft. Da die Lunge bei jedem Einatmen einen leichten Unterdruck in den Atemwegen erzeugt wird’s erschlaffte Gewebe durch den Unterdruck-Luftstrom weiter zusammengezogen und verengt die Atemwege noch mehr. An den Engstellen kommt es zu Turbulenzen (Luftverwirbelungen) und damit zu Vibrationen. Diese Vibrationen werden als schnarchtypisches Geräusch hörbar. Man kann sich das bildlich wie einen wehenden Vorhang vor einem offenen Fenster vorstellen.

Mit der minimalinvasiven RFITT („Radiofrequenz-induzierten interstitiellen Thermotherapie“) wird das Gaumensegel schonend gestrafft, ohne Gewebe zu entfernen oder die Schleimhaut zu verletzen. Dabei wird eine feine Sonde in den weichen Gaumen und das Gaumensegel eingeführt, über diese wird dosierte Radiofrequenz- Energie zugeführt. Das Gewebe wird dabei »verdampft« und vernarbt. So wird das Volumen reduziert und der Gaumen gestrafft. Gleichzeitig kann das Gaumensegel gekürzt, der Zungengrund verkleinert und die Nasenmuschel verkleinert werden. Durch den gezielten Einsatz einer speziellen Sonde ist es möglich, eine punktuelle Vernarbung in der Tiefe des Gewebes zu platzieren, um eine Schrumpfung (Shrinking) zu erreichen und damit eine Straffung bzw. Volumenreduktion zu erzielen.


Das moderne Operationsverfahren ist gewebeschonend (kleine Wundareale, schnelle Heilung), die Operation lässt sich ambulant durchführen. Die innovative Technik stellt in der Hand eines Spezialisten eine präzise und elegante Operationsvorgehensweise dar, sie ist äußerst effizient und zeichnet sich durch hohe Erfolgsquoten aus. Die Schluckbeschwerden sind erträglich und klingen nach einigen Tagen ab. Die schonende Operation ist zudem zeitsparend und kostengünstig, da langwierige Krankenhausaufenthalte entfallen und der Patient schnell wieder einsatzfähig ist.

 

Uvulahyperplasie („übergroßes Zäpfchen“)

Das übergrosse und geschwollene Zäpfchen behindert den Luftstrom in den oberen Atemwegen und ist ein Mitverursacher der Vibrationsgeräusche. Die dadurch beengte Luftpassage ist bereits häufig im Wachzustand zu erkennen.

Mit der RAUP (Radiofrequenz-assistierten Uvula-Palatoplastie) wird das überschüssige Schleimhautgewebe an den Gaumensegeln, die sich wie eine Schwimmhaut auswirken und die während des Schlafes das Schnarchgeräusch hervorrufen, ohne Blutung und ohne lokale Verbrennung (Karbonisation) abgetragen. und ohne Blutungen entfernt. Denn ein intaktes Zäpfchen ist Voraussetzung für einen funktionsfähigen Schluckakt. Bei dieser minimalinvasiven Methode wird mit haarfeinen Elektroden die Radiofrequenzenergie optimal dosiert, wodurch das Gewebe gezielt abgetragen wird. In der Folge strafft sich das Gewebe und das Zäpfchen hebt sich an. Flatterbewegungen lassen sich maximal reduzieren und die Luft strömt geräuscharm und ohne Behinderung wieder durch den Rachenraum. 

Zungengrundhyperplasie („Übergrosser Zungengrund“)

Bei rund 60 % der Schnarcher und 100 % der Menschen mit Schlafapnoe lässt sich ein übergrosser Zungengrund feststellen. Vermutet wird, dass bei Apnoikern nach den Phasen der Atemnot Magensäure bis in den Mund hochgesogen wird und dass dieser Reflux langfristig der Grund für eine reaktive Veränderung des Zungengrundgewebes ist.

Bei der minimalinvasiven RFITT (Radiofrequenz-induzierten interstitiellen Thermotherapie) wird das überschüssige Gewebe am Zungengrund gezielt mit einer kleinen Elektrode punktiert. Dies verändert das Zelleiweiss, es „koaguliert“. Das Gewebe wird nicht mit einem Skalpell oder Laser entfernt, es bleibt unversehrt. Einzig die behandelten Stellen werden schrittweise auf natürliche Weise abgebaut. Medizinisch wird dies als „Gewebe-Volumen-Reduktion“ bezeichnet. Dieser Eingriff am Zungengrund zählt zu den anspruchsvollsten und effektivsten bei der Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe und erfordert ein Höchstmass an Erfahrung des Spezialisten. Ihre Rachenschleimhaut und Stimmbänder werden dabei maximal geschont!